11.
September
2003
Mal wieder etwas Neues bei den inzwischen zahlreichen
Linux-Distributionen: www.mephis.org. Über
www.distrowatch.com bin ich auf die
Distribution aufmerksam geworden. Mepis basiert auf Debian
und bietet eine ansprechend gestaltete GUI für die
Installation und somit genau das, was vielen von SuSE,
Mandrake und RedHat kommenden bei Debian GNU/Linux ja immer
(noch) soooo fehlt.
Mepis weist Parallelen zu Knoppix auf, von
welchem ich ja bereits vor etlichen Monaten sehr begeistert
war und es noch immer bin. Die von mir verwendete
Mephis Version war die 2003.08.
CD rein, booten, einfach mal den Default nehmen. Sieht aus
wie bei Knoppix. Dann der kdm mit zwei bereits angelegten
Usern zu Auswahl: »demo« und »root«. Ich wähle »demo« mit
dem identischen Passwort. Gestartet wird – wie es kdm schon
vermuten läßt – natürlich KDE 3.1.3.
Tastaturlayout und Sprache sind auf englisch eingestellt.
Bei den Startoptionen hatte ich keine Informationen
erhalten ob bzw. wie ich beim Booten deutsch als Sprache
bzw. Umgebung auswählen kann. Mittels einem Klick unten
rechts in die Taskbar kann aber die Sprache und das
Tastaturlayout schnell und bequem geändert werden.
Problem: Gab ich /dev/hdb als installationsziel
an, so erhielt ich doch nur Partitionen von
/dev/hda als Ziele zur Auswahl. Erst nachdem ich
QTParted vom Installationsmenü aus gestartet hatte, erhielt
ich auch die richtigen Zielpartitionen zur Auswahl. Warum?
Keine Ahnung. An der Partitionierung der Festplatte hatte
ich nichts verändert.
Nachdem man die Angaben bestätigt hat, wird man gefragt, ob
die Partitionen formatiert werden sollen. Anschließend
beginnt der Kopierprozess, bei dem alle Daten auf die
frisch formatierten Partitionen kopiert werden. Dies dauert
natürlich wegen der doch nicht gerade unerheblichen
Datenmenge eine ganze Weile...
Anschließend wieder Probleme bei der Auswahl der
Partitionen: Ich kann bei der Konfiguration vom lilo nicht
angeben, dass sich meine Rootpartition auf /dev/hdb2
befindet. Also keine lilo-Konfiguration mit dem Tool.
Stattdessen ein Griff ins Regal, die Debian GNU/Linux Woody
CD rausgeholt und als Rescue-Disk verwendet.
Der »demo«-Benutzer läßt sich nicht mehr anmelden, da KDE
beim Starten meckert, nicht genügend Schreibrechte ins
User-Homedir zu besitzen. Der User »root« funktionert
glücklicherweise noch immer.
Auf der Festplatte befinden sich jetzt 2.1 Gigabyte der
Mepis-CD. Leider fehlt mir mein /home (wurde nicht
gemountet) und das wird wohl auch den fehlenden Zugriff auf
das Userverzeichnis des »demo«-Benutzers erklären? Dann die
Lösung für das Problem: /dev/hdb6 wurde mit ext3
formatiert. Der rescue-Kernel der Debian-CD unterstützt
aber kein ext3. Nun denn, erstmal die lilo-Konfiguration
selbst schreiben und installieren.
In /boot sah es auf der Festplatte folgendermaßen
aus:
-rw-r--r-- 1 root root 486505 Apr 8 15:41 initrd.gz-2.4.20 -rw------- 1 root root 28160 Sep 11 19:19 map -rw-r--r-- 1 root root 76880 May 29 17:31 memtest86.bin lrwxrwxrwx 1 root root 33 Sep 11 18:26 sarge.bmp -> /usr/ share/lilo/contrib/sarge.bmp lrwxrwxrwx 1 root root 31 Sep 11 18:26 sid.bmp -> /usr/ share/lilo/contrib/sid.bmp -rw-r--r-- 1 root root 941009 Mar 29 15:40 vmlinuz-2.4.20 -rw-r--r-- 1 root root 1189465 Mar 29 09:05 vmlinuz-2.4.20smp
Fein, fein – gleich zwei 2.4.20er Kernel zu Auswahl. Da ich nur einen Prozessor in meiner Kiste habe brauchte ich natürlich nicht den SMP-Kernel zu wählen. Da ich eine sehr einfache lilo.conf parat halte mußte ich erst noch ein paar Symlinks anlegen:
root@0[/]# ln -s /boot/vmlinuz-2.4.20 vmlinuz root@0[/]# ln -s /boot/initrd.gz-2.4.20 initrd.img root@0[/]# lilo Warning: /dev/hdb2 is not on the first disk Added Linux * Skipping /vmlinuz.old
Lilo ist also installiert und ich kann mir über ein
bootfähiges Mepis freuen. Was (natürlich) nicht
funktioniert hat: Das Homedir des Users «demo« ist nicht
mit auf die Festplatte übertragen worden. Daher auch jetzt
noch die Fehlermeldungen von KDE. Nunja, der »demo«-User
wäre ja sowieso von mir gelöscht worden. Also weg mit den
Überresten vom »demo«-Benutzer und den eigenen Benutzer
eingerichtet. Das habe ich wiederum gleich an der
Kommandozeile erledigt, da fühle ich mich wohl und es
funktioniert auch wie es soll.
Es hat dann doch noch was gefehlt: Das i18n-Paket für KDE,
genauer gesagt für die deutsche Sprache. Das ließ sich via
Internet installieren:
root@0[root]# apt-get install kde-i18n-de Reading Package Lists... Done Building Dependency Tree... Done The following NEW packages will be installed: kde-i18n-de
Mit dem neu angelegten Benutzer gestartet, die Sprache
angepasst und fertig. Jetzt hatte ich endlich mal die
Gelegenheit, mir einen Überblick über die ganzen
mitinstallierten Programme zu verschaffen.
Ähnlich wie bei Knoppix ist die Mepis-CD natürlich mit
diversen Tools und Programmen vollgepackt, OpenOffice
durfte natürlich auch nicht fehlen. Sehr löblich!
Was dann kam war ja klar: apt-get update und
apt-get upgrade. Knapp 85 MB an Updates lagen
parat. Natürlich hätte ich erstmal alle Programme bzw.
Pakete deinstallieren können, die ich sowieso nicht
verwende. Doch mir ging es eigentlich darum, wie aktuell
die Distri nun ist oder nicht. Bei Debian GNU/Linux sind
immer schnell einige MB an Updates verfügbar – insbesondere
wenn OpenOffice und Mozilla in neuen Versionen verfügbar
ist.
Nach ein paar Änderungen wie beispielsweise in der
/etc/enviroment der Eintrag von
LANG=de_DE@euro. Sprach Mepis dann auch artig
deutsch mit imr, unter KDE war das Umstellen der Sprach
enatürlich gar kein Problem.
Nach einigen Tagen des Testens und herumprobierens kann ich
interessierten einen Versuch ans Herz legen. Die Probleme
bei der Installation waren natürlich nicht wirklich
berauschend, aber einen Tod muß man sterben.
Da es aber nur eine Testinstallation war, eben nach dem
Motto »mal kurz gucken«, wurde mepis dann auch wieder von
der Platte gelöscht. Ich brauchte Platz für eine andere
Distri zum Testen.
X_FISH