15.
Februar
2011
Lesezeichen sind verschwunden, nach einer Neuinstallation
sind nicht mehr alle Einstellungen vom zuvor über Monate
gehegten und gepflegten Firefox-Profil vorhanden?
Spätestens jetzt wünscht man sich ein vollständiges
Backup aller zu Firefox gehörigen Dateien.
Daher schreibe ich heute von drei Varianten, wie man die
Daten im Benutzerverzeichnis von Firefox sichern und auch
wieder einspielen kann.
Variante 1: Sicherung und
Wiederherstellung mit MozBackup (die wohl einfachste
Variante unter Windows)
Variante 2: Sicherung und
Wiederherstellung PortProfile
Variante 3: Profilordner »per Hand«
sichern und wiederherstellen (die von mir
favorisierte Variante)
MozBackup[1]
ist leider nur unter Windows verfügbar. Das einfach zu
bedienende Hilfsprogramm kann nicht nur von Mozilla
Firefox, sondern auch von anderen Programmen aus dem
Angebot von Mozilla (Mozilla Thunderbird, Mozilla
Sunbird, Flock, SeaMonkey, Mozilla Suite, Spicebird,
Songbird und Netscape) Profile beziehungsweise
Bestandteile davon sichern.
Mit MozBackup erstellte Sicherungen können natürlich auch
wieder zurückgespielt werden. Daher können Lesezeichen,
E-Mails, Adressbuch, Browser-History, Erweiterungen,
Passwörter, Cache usw. der Anwendungen wiederhergestellt
werden. Natürlich können auch Sicherungen angelegt werden
um diese nach einer Neuinstallation zurückzuspielen oder
um sie auf einem anderen Rechner zu verwenden.
Es ist meiner Meinung nach die einfachste Möglichkeit
unter Windows ein Backup von Firefox (oder Thunderbird
etc.) zu erstellen.
Ebenfalls erfreulich: MozBackup muss nicht installiert
werden. Nach dem Herunterladen des .zip-Archivs muss
lediglich das darin enthaltende Verzeichnis entpackt und
die wiederum darin enthaltene .exe ausgeführt werden.
Anschließend präsentiert sich MozBackup wie folgt:
Die Bedienung der übersichtlich gestalteten Oberfläche
kann intuitiv erfolgen. Zunächst der Ablauf einer
Datensicherung. Im oberen Bereich muss die Auswahl per
Radiobutton auf »Backup a profile« gesetzt werden.
Im unteren Bereich wird die gewünschte Anwedung
ausgewählt von welcher das Benutzerprofil gesichert
werden soll.
Sollten mehrere Benutzerprofile angelegt worden sein,
werden sie im darauffolgenden Dialog angezeigt. In meinem
Fall heißt das einzige vorhandene Profil nicht »default«
sondern »Turanga« (weil ich es so angegeben habe
).
Davon also nicht weiter irritieren lassen.
Standardmäßig wird das Backup als .pcv-Datei in die
»Eigenen Dokumente« gespeichert. Der vollständige Pfad
sieht wie folgt aus:
C:\Users\[BENUTZERNAME]\Documents\[ARCHIVNAME].pcv
Wobei Benutzername und Archivname natürlich von System zu System und Sicherung zu Sicherung unterschiedlich sind.
MozBackup bietet an, dass Backup mit einem Passwort zu verschlüsseln. Dies kann vom Benutzer natürlich auch abgewählt werden. Für dieses Beispiel habe ich das Backup nicht verschlüsseln lassen.
Der nächste Schritt besteht darin aus einer Liste mit
Optionen auszuwählen welche Bestandteile des Profils im
Backup gespeichert werden sollen.
Die von MozBackup ausgewählte Standardeinstellung ist im
folgenden Screenshot zu sehen. Ausgegraute Optionen
können nicht angewählt werden. Sie stehen nur für andere
Programme zur Verfügung, beispielsweise können E-Mails
natürlich nur gesichert werden, wenn der Profilordner von
Mozilla Thunderbird gesichert werden soll.
Das »Cache« standardmäßig deaktiviert ist macht Sinn: Wer
will schon die zwischengespeicherten Websites mit als
Backup speichern? Sollte das Backup wieder eingespielt
werden, sind sie höchstwahrscheinlich ohnehin völlig
veraltet und würden bei einem erneuten Aufruf der Website
ohnehin überschrieben werden.
Nach einem Klick auf Next beginnt MozBackup mit der Sicherung der ausgewählten Bestandteile des Profilordners in einer Datei.
Wie es von jedem guten Backup-Programm zu erwarten ist, fasst MozBackup nach dem erfolgreichen Abschluss der Aktionen alles kurz zusammen. In einer Übersicht wird kurz aufgelistet, was alles gesichert wurde.
Nun noch der Ablauf beim Wiederherstellen eines Backups.
Im oberen Bereich muss die Auswahl per Radiobutton auf
»Restore a profile« gesetzt werden.
Im unteren Bereich wird die gewünschte Anwedung
ausgewählt von welcher das Benutzerprofil zurückgespielt
werden soll.
Sollte das Profil welches eingespielt werden soll noch
nicht existieren beziehungsweise das vorhandene Profil
nicht überschrieben werden, kann MozBackup ein neues,
leeres Profil anlegen.
Im hier vorgestellten Beispiel soll aber natürlich der
Profilordner des Benutzers »Turanga« einfach nur
zurückgeschrieben werden.
Der Ablauf ist ähnlich wie bei der Datensicherung. Beim Zurückschreiben der Daten kann nun ebenfalls noch einmal über eine Liste an Optionen ausgewählt werden, welche Bestandteile des Profilordners aus dem Backup übertragen werden sollen.
Sicherheitshalber fragt MozBackup noch einmal nach ob man sich wirklich sicher ist mit dem was man tun will. Sobald die Daten aus dem Backup in den Profilordner geschrieben werden, sind die zuvor dort vorhandenen Daten überschrieben und unwiederbringlich verloren.
Wird die Sicherheitsabfrage mit Ja bestätigt, werden die Daten aus dem
Backup zurückgeschrieben.
Eine Zusammenfassung der durchgeführten Aktionen schließt
die Wiederherstellung der Bestandteile des Profilordners
ab.
Mein Fazit zu MozBackup: Für Windows ist MozBackup die
bequemste, einfachste und vermutlich auch sicherste
Lösung um Profilordner zu sichern.
Die beim Erstellen des Backups angelegte Datei ist
übrigens eine einfaches Zip-Archiv (oder ein
»komprimierter Ordner« wie es unter Windows so schön
heißt
).
Somit können die Daten auch separat mit einfachen Mitteln
ausgelesen beziehungweise das Backup überprüft werden.
Der optionale Passwortschutz ist also nichts anderes als
das bekannte »verschlüsselte Zip-Archiv« – mit allen Vor-
und Nachteilen.
Portprofile[2]
ist eine Java-Anwendung, welche sich zunächst schon durch
eine extrem schlicht gehaltene Benutzeroberfläche
auszeichnet. Es gibt lediglich zwei Reiter, einen für den
Export eines Profils und den zweiten Reiter für den
Import eines Profils.
Das ausgewählte Profil wird als .ppz-Datei im
Home-Verzeichnis des Benutzers exportiert.
Die Sicherung läuft sehr einfach ab: Nach dem Ausführen
der heruntergeladenen Datei portprofile.jnlp
wird zunächst Java gestartet (welches natürlich zuvor auf
dem Rechner installiert worden sein muss). Eine
Sicherheitsmeldung erscheint bevor das Programm
ausgeführt wird:
In der Benutzeroberfläche kann nun das für die Sicherung
gewünschte Profil ausgewählt werden. Bei den meisten wird
dies vermutlich default sein, da nur beim
manuellen Anlegen von Benutzern andere Profilnamen
verwendet werden.
Im zweiten Eingabefeld kann der Name der .pzz-Datei
verändert werden.
Nach einem Klick auf Export startet die Sicherung des vollständigen Profils. Während der Sicherung wird das Profil komprimiert.
Nach dem erfolgreichen Anlegen der Sicherung des
Profilordners gibt das Programm noch den Speicherort der
.pzz-Datei an.
Die Komprimierung ist dabei sehr effektiv. Aus 12.738
Objekten mit einer Gesamtgröße von 392 MB wurde bei mir
eine .pzz-Datei mit der Größe von 251 MB.
Der Import einer zuvor angelegten Sicherung in Form einer .pzz-Datei verläuft ähnlich problemlos. Einfach das Archiv auswählen, anschließend Import anklicken, schon werden die Daten zurückgespielt.
Jedoch kann nicht ausgewählt werden wohin die Daten geschrieben werden sollen. Gleichnamige Profilordner werden somit einfach überschrieben, das Einspielen in einen anders benannten Profilordner ist leider unmöglich.
Erst nach dem Dekomprimieren und somit dem Einspielen der Sicherung aus der .pzz-Datei meldet das Programm in welches Verzeichnis die Daten geschrieben wurden beziehungsweise welcher Profilordner überschrieben wurde.
Mein Fazit zu PortProfile: Es ist sehr einfach gehalten.
Für meinen Geschmack leider zu einfach. Ich habe keine
Kontrolle darüber welcher Profilordner gesichert
beziehungsweise überschrieben wird.
Die Möglichkeit das ich das falsche Profil sichere oder
überschreibe kann somit nicht ausgeschlossen werden.
Benutzer, welche eine möglichst einfache Lösung für ein
Backup suchen könnten mit PortProfile vielleicht
glücklich werden, mir fehlt das Gefühl der Kontrolle
darüber, was die Software sichert oder
überschreibt.
Daher bevorzuge ich es die Profilordner »per Hand« zu
sichern und wiederherzustellen, was ich im nächsten Punkt
beschreiben werde.
Die von mir bevorzugte Variante mit der – meiner Meinung
nach – geringsten Möglichkeit von Datenverlust: Ich
kopiere den Profilordner »per Hand«, also in einem
Dateimanager oder über ein Skript an der Konsole.
Für den normalen PC-Benutzer würde die Variante mit dem
Skript vermutlich den Rahmen sprengen, daher beschränke
ich mich auf das Beispiel mit dem Kopieren »von Hand« mit
einem Dateimanager.
Nur: Wo liegen eigentlich die Dateien, welche das Profil
von Firefox darstellen? Ich gehe von einer Installation
aus, welches die standardmäßig vorgegebenen Pfade
verwendet hat.
Unter Windows (Vista und 7) befindet sich der
Profilordner von Firefox an diesem Ort:
%appdata%\Mozilla\Firefox\Profiles
Natürlich ist %appdata% eine Variable. Ausgeschrieben sieht der Pfad in der Regel wie folgt aus:
C:\Users\[BENUTZERNAME]\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles\
Sollte das Systemlaufwerk nicht C: sein, so
befindet sich das Verzeichnis auf dem entsprechenden
Laufwerk.
Unter Linux liegt der Profilordner wie nicht anders zu
erwarten im Home-Verzeichnis des Benutzers:
~/.mozilla/firefox/
Die Angabe ~/ ist die Abkürzung für /home/[BENUTZERNAME], daher lautet der eigentliche Pfad:
/home/[BENUTZERNAME]/.mozilla/firefox
Sollte jemand nicht den standardmäßigen Pfad für den
Profilordner verwendet haben ist dort leider nichts zu
finden. Aber: Bei Firefox bekommt man mit einem »kleinen
Hausmittel« auch auf einem anderen Weg einfach und bequem
heraus wo sich das Profilverzeichnis befindet.
Zunächst der Aufruf wie er unter Windows aussieht
(Firefox Version 4.0 Beta 11):
Unter Linux (Mint) sah es mit Firefox Version 4.0 Beta 11 etwas anders aus, die Position im Menü ist jedoch identisch:
Nach dem Aufruf wird ein neuer Tab im Browser geöffnet
und es werden diverse Informationen über die installierte
Version von Firefox ausgegeben.
Darüber hinaus ist eine Schaltfläche Beinhaltenden Ordner Anzeigen vorhanden.
Nach einem Klick darauf öffnet sich unter Windows einfach
der WindowsExplorer und man befindet sich bereits im
Profilordner des aktuell unter Firefox verwendeten
Benutzers.
Natürlich ist auch unter Linux die Schaltfläche Beinhaltenden Ordner Anzeigen vorhanden, ein Klick darauf führt zum gleichen Ergebnis.
Sollte sich Firefox gar nicht mehr Starten lassen, aber
der Ort des Profilverzeichnisses bekannt sein, muss man
es »von Hand« im Dateimanager öffnen.
Unter Windows wie auch unter Linux sind in der Regel
solche Dateien beziehungsweise Ordner standardmäßig
»versteckt«. Man muss in entsprechenden Menüs die Anzeige
dieser »versteckten Ordner und Dateien« aktivieren.
Wie man unter Windows 7 versteckte
Dateien und Ordner anzeigen kann habe ich bereits in
einem anderen Blog-Beitrag erklärt. Einfach auf den Link
klicken damit sich der entsprechende Beitrag in einem
neuen Tab öffnet.
Unter Linux verhält es sich nicht anders. Man muss sich im Dateimanager (in diesem Beispiel Nautilus) die versteckten (»verborgenen«) Dateien und Verzeichnisse anzeigen lassen.
Anschließend erhält man auch die Verzeichnisse mit einem
führenden Punkt angezeigt, beispielsweise eben auch
.mozilla.
Anschließend erhält man – sowohl unter Windows wie auch
unter Linux – den Zugriff auf die im
.mozilla-Verzeichnis enthaltenen Profilordner.
Diese können nun einfach an einen anderen Ort kopiert
oder beispielsweise wie bei MozBackup in einem
komprimierten Archiv abgelegt werden.
Mein Fazit für diese Variante: Ich schätze es genau sehen
zu können was ich mache beziehungsweise habe mir ein
kleines Skript geschrieben, welches mir (unter Linux) das
Profil beim Aufruf einfach an einen anderen Ort kopiert.
Von dort aus brenne ich die Daten regelmäßig auf eine DVD
und habe somit auch die Profile von Mozilla Firefox,
Mozilla Thunderbird, etc. gesichert.
X_FISH