20.
März
2011
Nach langer, langer Zeit habe ich mal wieder Crysis aus
meiner Spielesammlung rausgesucht. Da ich die letzten
drei Wochen kein einziges Spiel unter Windows gestartet
hatte und ich nun feststellen musste, dass die
Multiplayer-Demo von Crysis 2 inzwischen nicht mehr
spielbar ist: Wieso nicht einfach noch einmal Crysis
spielen? ![]()
Leider habe ich keine Savegames mehr, daher muss ich es
von Anfang an durchspielen. Macht nichts, geht nun ja
deutlich schneller von der Hand, schließlich weiß man ja
noch in etwa wo die Gegner lauern. Allerdings war der
Spielspaß nur von kurze Dauer, daenn nach etwa 15 Minuten
schmiert das Spiel direkt nach einem automatischen
Speichervorgang ab. Besser gesagt es war
»eingefroren«.
Da werden dann wieder alte Erinnerungen wach und mir
fällt ein, dass ich schon damals unter Windows Vista ein
paar Problemchen mit Crysis hatte. Diese waren
temperaturbedingt, das Innenleben meines Rechner wurde
deutlich wärmer als bei anderen damals aktuellen Spielen
wie COD 4, Stalker oder auf Half-Life 2 basierender
Spiele (Portal, TF2, DOD:S).
Also frisch ans Werk und die Diagnose. Einfach mal nachschauen was
die Temperatur der Grafikkarte so macht.
Wie bitte? Fast 80°C? Das hatte ich aber nach der
Montage des Arctic Cooling Accelero S2 anders in
Erinnerung?
Meine erste Vermutung: Wie ich im eben verlinkten
Blog-Eintrag feststellen konnte, habe ich seinerzeit das
Pad von Arctic Cooling verwendet. Vielleicht war dies ja
nicht ganz optimal und im Laufe von über 2 Jahren hat
sich nun das Wärmeleitpad ein wenig verändert und ist nun
nur noch bröselig und hat vermutlich seine beste Zeit
schon hinter sich.
Daher habe ich die GeForce 9600 GT kurzerhand ausgebaut, eine noch nicht angebrochene Menge Arctic Silver 5 herausgesucht und mit der Demontage des Kühlers begonnen.
Wie schon vermutet war das Wärmeleitpad des Accelero S2
nach etwas über 2 Jahren sehr trocken und es bröselte mir
förmlich entgegen.
Die Staubansammlung rechts und links auf dem Träger aus
Aluminium liegt an dem dort aufgebrachten Klebeband.
Die Reste des Wärmeleitpads auf der GPU sahen natürlich auch nicht anders aus. Sie konnten einfach und problemlos entfernt werden. Man könnte beinahe von einem Abstauben sprechen. Anschließend wurden die Oberflächen von Kühler und GPU mit Alkohol entfettet.
Danach war die Oberfläche der GPU so wie man sie sich
wünscht: Sauber glatt das sich sogar ein Euro aus
Griechenland darin spiegeln kann.
Nach dem Auftragen der Arctic Silver 5 wurde der Kühler wieder auf die GeForce 9600 GT montiert. Zunächst die Schrauben über kreuz ansetzen und sanft anziehen, anschließend die verbliebenen zwei Schrauben ebenfalls verschrauben und dann gleichmäßig nach und nach alle vier Schrauben fest anziehen.
Bevor die Grafikkarte wieder eingebaut wurde, wurden noch die beiden Lüfter um ein kleines Stück versetzt. Nun konnte ich das Kabel zwischen den beiden Lüftern besser zwischen die Kühlrippen schieben. Eine Auswirkung auf die Temperatur der Grafikkarte ist vermutlich eher auszuschließen.
Angeschlossen werden die beiden Lüfter übrigens nicht auf der Grafikkarte, sondern auf dem Motherboard. Da die Lüfter nicht PWM-gesteuert sind, drehen sie sich so immer mit ihrer vollen Geschwindigkeit.
Abschließendes Foto der Grafikkarte mit Accelero S2: Ein Blick von unten wie sie in meinem Rechner verbaut ist. Die beiden Lüfter der Grafikkarte schieben die Luft nach oben und dort wird sie vom großen Lüfter am Scythe Kama Angle auch noch weiter nach oben befördert. Aus dem Gehäuse hinaus gelangt die warme Luft durch zwei 80 mm Lüfter an der Gehäuserückseite.
Nach dem Umbau ist vor dem Test. Hat sich wirklich etwas
verändert? Ist die Temperatur nun wieder auf dem Niveau
wie damals als ich den Accelero S2 frisch verbaut
hatte?
Die Temperatur ohne Last, also nur Windows 7 gestartet
und auf dem Desktop das Icon für Speed Fan [1] angeklickt: 37°C wie
schon zuvor. Davon habe ich oben zwar keinen Screenshot
eingefügt, aber man sieht an der Kurve wie die Temperatur
auf unter 40°C gefallen ist.
Den ersten Versuch die Temperatur nach oben zu schieben
habe ich mit einer etwa fünfminütigen Runde Flatout 2
vollzogen. Da Resultat war, dass nicht einmal 50°C
überschritten wurden. Die Temperaturkurve hatte ihren
Höhepunkt bei 48°C .
Einerseits hat mich das Ergebnis ja durchaus erfreut.
Andererseits widerspricht das Ergebnis dem, was ich
eigentlich seit Jahren bei vielen Rechnern festgestellt
hatte. Egal wie alt die Wärmeleitpaste war, der Rechner
wurde mit einer neuen Wärmeleitpaste nicht merklich
kühler – solange ich nicht auch am Kühler etwas verändert
hatte beziehungsweise dieser durch ein leistungsstärkeres
Modell ersetzt wurde.
Daher gleich der zweite Test mit dem Spiel, welches die
Temperatur auf fast 80°C hochgetrieben hatte und der
Anlass für den Ausbau der Grafikkarte war: Crysis.
Nach fünf Minuten mit Crysis sah die Kurve nur
unwesentlich anders aus als vor dem Umbau:
Nicht ein ausgetrocknetes Wärmeleitpad sondern Crysis ist
für den deutlichen Temperaturunterschied verantwortlich.
![]()
Nach ein paar weiteren Versuchen mit anderen Spielen
stand fest, dass auch FlatOut Ultimate Carnage die
Grafikkarte auf knapp unter 80°C hochtreiben kann.
Daraus habe ich dann eine kleine Testserie gemacht. Fünf
Minuten spielen, danach die Werte ablesen – wie
seinerzeit im CPUID Hardware Monitor [2] :
Die Ergebnisse der Tests für welchen ich den CPUID Hardware Monitor immer wieder beendet und neu gestartet habe um die Maximalwerte ermitteln zu können:
| Spiel | Maximale Temperatur |
| Crysis | 78°C |
| FlatOut Ultimate Carnage | 78°C |
| Battlefield Bad Company 2 | 48°C |
| Call of Duty 4 | 49°C |
| Flatout 2 | 48°C |
| Portal | 47°C |
Was habe ich daraus gelernt?