30.
Mai
2011
100 Millionen Spieler[1], miteinander gegeneinander
spielen und dazu auch noch die Gewissheit, dass es
eigentlich nie enden wird: CityVille.
Seit dem 2. Dezember 2010[2] kann man sich gegenseitig in
den virtuellen Städten besuchen, Touristen vorbeischicken
und sich natürlich mittels Klicks auf Anfragen bei
Aufträgen helfen. Der Wettbewerb bleibt dabei erhalten,
schließlich kann man sowohl das Level der eigenen Stadt
in die Höhe treiben wie auch durch die Hilfe bei Nachbarn
»Herzen sammeln«, welche ebenfalls angezeigt und somit
der eigene Status stets mit den virtuellen Nachbarn
verglichen werden kann.
Wie schon bei FarmVille zielt das Spiel aus Sicht der
Betreiber darauf ab, dass man sich durch Käufe mit echtem
Geld Vorteile gegenüber seinen »Mitbewerbern« verschafft.
Das Spiel wird somit für all jene zur »Geldfalle«, wenn
sie anstatt der CityVille-Währung ihr sauerverdientes
Geld in den nie endenden Ausbau der virtuellen Stadt
stecken.
Damit möglichst viele Freunde und Bekannte zum Mitmachen
animiert werden sind bei CityVille im Vergleich zu
FarmVille ganz klar Aufgaben integriert, welche ohne
viele aktiv mitwirkende Freunde und Bekannte nicht gelöst
werden können. Wer im Spiel weiterkommen will beginnt
also früher oder später mehr oder weniger penetrant seine
Facebook-Freunde damit zu nerven bei CityVille
mitzuwirken.
Das erhöht natürlich die Chance für den
Betreiber/Eigentümer »Zynga«, dass sich darunter auch zu
Zahlungen in echtem Geld bereite Menschen befinden.
Wem der eigene Freundeskreis nicht mehr ausreicht geht
unter Umständen sogar noch einen Schritt weiter: Er sucht
jenseits von Facebook neue »Freunde« damit er mit diesen
bei Facebook seine virtuelle Stadt in CityVille weiter
ausbauen kann:
Dieser zitierte Blogbeitrag[3] stammt vom 12. Dezember 2010, also gerade mal 10 Tage nach dem Start von CityVille. Wie gut diese Werbung funktioniert zeigt die fast endlose Anzahl von Einträgen. Auch heute sucht wieder jemand neue Freunde bei Facebook um bei CityVille weiterzukommen: »Izmirim Güzel Izmirim« hat gestern um 22:43 Uhr den Link zu seinem Facebook-Profil hinterlassen.
Der Beitrag auf winload.de[4] macht deutlich wie schnell
sich bei Facebook solche »sozialen Spiele« verbreiten
beziehungsweise wie schnell sie von den Nutzern
angenommen werden.
Ich spiele es inzwischen auch. Damit habe ich vor einigen
Wochen angefangen und man kommt anfangs sehr schnell
weiter, doch irgendwann kommt man mangels genügend
virtueller Nachbarn ins stocken. Daher hatte ich wohl
auch im Januar und Februar unglaublich viele »spiel'
doch bitte auch CityVille«-Anfragen bei Facebook.
Da man bekanntlich nicht über etwas schreiben sollte ohne
sich zuvor ausgiebig eine Meinung gebildet zu haben ist
meine virtuelle Stadt inzwischen auf Level 62, ich kann
die Telefongesellschaft nicht ausbauen weil mir meine
bisherigen Nachbarn nicht die »richtigen Teile schenken«
und ganz nebenbei habe ich einen Bug und immer wieder
fährt ein Kreuzfahrtschiff auf einer Straße der Stadt
herum.
Wenn ich mir meine »Spieleanfragen« bei Facebook so
anschaue wird mir klar warum es auch Gruppen wie »Nein,
ich möchte NICHT dein Nachbar bei Cityville, Mafiawars
oder Frontierville werden!!!« gibt – welche dann
ihrerseits wieder beworben werden. ![]()
Doch noch einmal zurück zu den freiwilligen CityVille,
FarmVille und sonstwas-Ville Spielerinnen und Spielern.
Scheinbar ist der Spaß so groß und Zynga/Facebook sind
als Betreiber beziehungsweise Plattform weiterhin
vertrauenswürdig genug. Von den ungerechtfertigten
Abbuchungen über PayPal oder die Datensammelwut scheinen
sich Millionen von Nutzern jedenfalls keine Gedanken mehr
zu machen?
Vermutlich werden solche negativen Meldungen wie die eben
Zitierte vom 01.02.2010[5] beziehungsweise solche
Warnungen so schnell aus dem eigenen Hirn ausgeblendet
wie die Anfragen nach Glasfaserleitungen, Telefonen und
Haltestellen für den virtuellen Zug aus CityVille die
Profilseiten von so manchem Benutzer füllen... ![]()
Ich werde mich jedenfalls hüten irgendwo bei Facebook die
Informationen zu meinem PayPal-Account einzutragen. Das
ist ja noch nicht mal bei eBay passiert. ![]()
X_FISH