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September

2011

600 Jahre Ulmer Münster (1977)

Wie schon gestern angekündigt geht es heute gleich weiter mit dem Ulmer Münster. Im Gegensatz zu gestern steht heute allerdings das Datum beziehungsweise das Jahr fest: 1977. Somit wurde die Broschüre zur 600 Jahrfeier vor 34 Jahren gedruckt beziehungsweise ausgeteilt.

600 Jahre Ulmer Münster

Die Broschüre beinhaltet wenig Informationen über das Münster ansicht, dafür was damals vor 34 Jahren für 20 Tage lang als Programm in der Stadt ablief.

20 Tage Programm zur 600-Jahr-Feier zur Grundsteinlegung des Ulmer Münsters

Mit dabei sind allerdings auch Informationen, welche selbst mir als altem Ulmer neu sind (oder wieder in Vergessenheit geraten sind. Beispielsweise warum »Magirus« Magirus heißt und heute auch Koch heißen könnte.

Warum Magirus Magirus heißt und heute auch Koch heißen könnte

Auch Namen mir noch bekannter Firmen und Geschäfte sind in der Broschüre als Anzeigen zu finden. Gepaart mit heute skuril wirkenden modischen Bildern.

Werbung Ende der 1970er: Brillenwerbung von Bolay

1977 hatte natürlich das digitale Zeitalter im Büro längst begonnen. Rechner mit austauschbaren Magnetkarten – für den gewerblichen Einsatz. Als Privatperson hatte man noch nicht solche »Tischrechner« von Hewlett Packard. Warum? Weil sie viel zu teuer gewesen wären. Das heutzutage selbst im Kinderzimmer leistungsfähige Rechner in Form von Spielekonsolen, Mobiltelefonen und natürlich auch Computern stehen könnten... Das hätte damals sicherlich niemand für möglich gehalten.

Moderne Datenverarbeitung im Jahre 1977: Jetter und Späth

Ein Name welcher neben Magirus auch nicht fehlen darf: Kässbohrer. Ob Setra-Omnibus, LKW-Anhänger oder der Pisten-Bully, Kässbohrer war und ist noch immer ein Name welcher mit dem Fahrzeugbau in Ulm und um Ulm herum fest verbunden ist. Wenn auch inzwischen als »Evobus«.

Kässbohrer Werbung von 1977

Natürlich gab es auch Einkaufsgeschäfte in Ulm im Jahre 1977. Auch ich kann mich an den Hertie noch gut erinnern. Inzwischen umgebaut und umbenannt in »Wöhrl-Plaza«. Eines der großen Kaufhäuser in Ulm welche auch kunstvolle Geheimnisse verborgen hielten. So war ein Relief über dem Eingang über Jahrzehnte lang von einer damals modernen Verkleidung verbogen gehalten worden. Inzwischen ist auch dies wieder freigelegt und für jeden Besucher der heutigen Fußgängerzone sichtbar.

Hertie in Ulm – anno 1977

Während das Ulmer Münster die Grundsteinlegung vor 600 Jahren zu feiern hat, hat ein Opel-Händler sein 50jähriges Bestehen. Auch im Jahr 2011 ist er noch immer an der Neutorstraße anzutreffen. Hoffen wir das es die Marke Opel noch ein wenig länger gibt. Dann gibt es 2017 das 90jährige Jubiläum zu feiern.

Hanser und Leiber, Ulm – Werbung aus dem Jubiläumsjahr 1977

Diese Marke gibt es nur noch als Marke, nicht mehr als Produktionsstandort. Ulmer Münster Bier ist nicht mehr existent. Der Markenname wurde nach Memmingen verkauft, der Produktionsstandort ist inzwischen größtenteils neu bebaut worden. Das alte Sudhaus steht noch immer, umgeben von neueren Bauwerken. Auch das Bräustüble gibt es noch – allerdings wird dort nun Bier der anderen großen Ulmer Brauerei ausgeschenkt: Gold Ochsen. Später aber noch mehr dazu.

Ulmer Münster Bier – Werbung von 1977

Noch zwei Namen welche nach und nach aus dem Gedächtnis verblassen. Das Gebäude in welchem 1977 noch »Pelz Böck« residierte wird in einem Jahr nicht mehr vorhanden sein. Es wird für einen anderen Geschäftsbau abgerissen. Die ehemaligen Geschäftsräume stehen auch schon einige Monate leer. In den 1990er Jahren habe ich dort noch eine Lederjacke gekauft.

Gardena gibt es so wie 1977 inzwischen auch nicht mehr. Inzwischen prangt ein großes »H« von Husquarna mit auf dem Firmengebäude im Industriegebiet Donautal. Die Geräte und der praktische Anschluss sind vermutlich jedem bekannt, auch in anderen Ecken der Welt. Eine solche »Accu Schere« haben wir sogar noch. Aber vermutlich ein wenig neueren Baujahrs als 1977. Wobei... Eigentlich wäre auch die einen Eintrag in der Rubrik (noch nicht) antik wert.

Pelz Böck, Ulm und Gardena

Auch schon im Jahre 1977 gab es sie: »Deppenapostrophe«.

Die Werbung von Gold Ochsen macht vor wie es nicht geht: Es gehört kein Apostroph zwischen »Ulm« und »s«, man schreibt einfach »Ulms«. Da braucht man sich nicht wundern wenn es die Jugend von heute auch nicht hinbekommt.

Im Gegensatz zum Ulmer Münster Bier hat sich Gold Ochsen über die Jahre gut erhalten und ist auch heute noch nicht aus Ulm wegzudenken. Der alte Produktionsstandort ist auch noch immer der aktuelle: Fast mitten im Herzen der Stadt.

Gold Ochsen Bier, Ulm's flüssiges Gold (1977)

Magirus hatte ich ja bereits weiter oben erwähnt. Inzwischen sieht es auch deutlich anders aus. Der Name »Magirus« lebt noch bei »Magirus Brandschutz« weiter. An den anderen LKW prangt nur noch ein Schriftzug. Dieser war auch schon 1977 in der Werbung zu finden. Zwar noch wenig prägnant, das stilisierte Ulmer Münster als Firmenwappen war noch größer, aber es war eben schon existent: IVECO.

Magirus Deutz – Werbung aus dem Jahr 1977

Ein schöner Blick zurück in die Vergangenheit. Bis zur 650-Jahr-Feier dauert es noch ein paar Jährchen. Das Programmheft dafür wird es eventuell nur noch in digitaler Form geben, schließlich schreiben wir dann das Jahr 2027. Wäre schade, ansonsten könnte man wiederum 34 Jahre später keine solche Entdeckung machen, Ausschnitte fotografieren und online stellen.

Was kostete früher ein Prozessor?

Damit wären wir dann auch indirekt wieder beim Thema alte Dinge und warum sie beinahe schon wieder vergessen sind. Alte Rechner interessieren niemanden – außer wenn der gute, alte Pentium I noch ein Gerät ansteuert und nun nach über 12 Jahren langsam aber sicher »in die Jahre kommt«.

PC Magazin DOS 09/98

So einen Fall hatte ich jetzt im Bekanntenkreis: Der alte Pentium 1 fährt nur noch widerwillig hoch, dabei sollte er eigentlich noch ein paar Jahre seinen Dienst verrichten. Denn eine Alternative zu ihm gibt es nicht. Aufgrund seiner ISA-Schnittstelle, welche für das angeschlossene und vom Pentium 1 aus bediente notwendig ist. Kein aktueller Rechner kann mit ISA etwas anfangen und auch die Software aus dem Jahre 2000 arbeitet hervorragend und schnell mit dem vermeindlichen Computerschrott zusammen.

CPUs
RAM
AMD K6 200 MHz 159,00 DM
SIMM 30-pin 1 MB 12,00 DM
AMD K6 233 MHz 189,00 DM
SIMM 30-pin 4 MB 24,00 DM
AMD K6 266 MHz 239,00 DM
PS/2 72-pin 8 MB 22,00 DM
AMD K6 300 MHz 299,00 DM
PS/2 72-pin 16 MB 29,00 DM
AMD K6-2 3DNow 266 MHz 279,00 DM
PS/2 72-pin 32 MB 54,00 DM
AMD K6-2 3DNow 300 MHz 359,00 DM
PS/2 72-pin 64 MB 189,00 DM
IBM/Cyrix M2 233+ 150 MHz 139,00 DM
DIMM 168-pin (PC-66) 32 MB 59,00 DM
IBM/Cyrix M2 266+ 200 MHz 189,00 DM
DIMM 168-pin (PC-100) 32 MB 94,00 DM
IBM/Cyrix M2 300+ 250 MHz 249,00 DM
DIMM 168-pin (PC-66) 64 MB 139,00 DM
Intel Celeron 266 MHz 199,00 DM
DIMM 168-pin (PC-100) 64 MB 179,00 DM
Intel Celeron 300 MHz 259,00 DM
DIMM 168-pin (PC-66) 128 MB 279,00 DM
Intel Pentium II 266 MHz 389,00 DM DIMM 168-pin (PC-100) 128 MB 349,00 DM
Intel Pentium II 300 MHz 499,00 DM
Intel Pentium II 333 MHz 729,00 DM
Intel Pentium II 350 MHz 969,00 DM
Intel Pentium II 400 MHz 1349,00 DM
Quelle: Anzeige von Alternate (Linden) in PC Magazin DOS 08/98
Intel Pentium II 450 MHz 1449,00 DM

Ja, ich habe mich nun schon sehr weit vom Thema Hardware/Software entfernt. Der nächste Eintrag widmet sich daher wieder einem Stück Hardware, welches dank MP3 inzwischen auch schon ausgedient hat. Dabei ist sie eigentlich noch gar nicht wirklich alt...

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