26.
September
2008
Eigentlich wollte ich noch gar keine neue Hardware kaufen. Da
jedoch der alte Rechner eines Freundes beschlossen hatte den
Geist aufzugeben, hatte sich ein Verkauf meiner alten
Komponenten fast schon aufgedrängt. Der Grund: Das von mir
bisher verwendete ASRock Dual-SATA 775 kann bekanntlich
sowohl mit AGP und PCI-E dienen und hat darüberhinaus auch
noch zwei IDE-Schnittstellen sowie SATA.
Da lediglich Board und/oder Prozessor bei meinem Freund
defekt waren, die übrige Hardware (AGP-Grafikkarte sowie drei
IDE-Laufwerke) weiter genutzt werden sollten, machte es Sinn
die Hardware für einen fairen Preis abzugeben.
Ansonsten hätte ich meinen E4300 (@2,4 GHz) auf dem Board
sicherlich noch länger gehabt, schließlich hatte ich bisher
keinen Grund zu klagen.
Nun denn, ein Blick auf die neuen Komponenten, die übrige
Hardware im Centurion 5 hinter den schicken, neuen Kartons
sollte bestehen bleiben:
Von links nach rechts: Zunächst einmal der neue Prozessor:
Ein E5200. Sicherlich keine Rennsemmel, aber bei 2,5 GHz
Standardtakt, einem FSB von 200 MHz sowie einem Multi von
12,5 sollte er sich eigentlich bereitwillig bis 3 GHz
übertakten lassen. Zumindest sollte das das Ziel sein was er
erreichen sollte.
Als Motherboard habe ich das MSI Neo P35-F gewählt. Im
Gegensatz zum bisher von mir verwendeten ASRock sind nun mehr
als 2 GB an RAM möglich (bis zu 8 GB) und es ist ein deutlich
modernerer Chipsatz auf dem Board vorhanden. So gesehen eine
deutliche Verbesserung. Leider geht dafür ein IDE-Port
verloren, jedoch habe ich schon vor einiger Zeit von
IDE-Festplatten auf SATA umgestellt und die beiden älteren
DVD-Laufwerke lassen sich ja weiterhin am vorhandenen
IDE-Anschluss betreiben.
Als Kühler sollte der riesige Ninja 2 von Scythe seinen Platz
auf dem Prozessor finden. Da ich bekennender »PushPin-Hasser«
bin wollte ich eine andere Montagemöglichkeit verwenden.
Daher habe ich zum Ninja 2 auch noch das Scythe Universal
Retention Kit dazugeordert.
Nicht mit auf dem Bild: Die beiden neuen 1-GB-Riegel von MDT
(800 MHz).
Ich bin ja bekannt dafür günstig bzw. preiswert zu kaufen
damit der immer vorhandene Preisverfall nicht gleich 50%
binnen zwei Monate beträgt. Daher einfach mal die Liste mit
den Kosten:
Somit beliefen sich die Gesamtkosten auf das »Upgrade-Kit«
auf 190,11 € inklusive dem Versandkostenanteil von 6,99 €.
Bestellt hatte ich alles bei www.bestseller-computer.de, von Bestellung
inkl. Zeit für die Überweisung per Onlinebanking hat es für
die Lieferung vom späten Montag Nachmittag bis 10 Uhr am
gestrigen Donnerstag gedauert. Also eine wirklich flotte
Abwicklung, da könnte sich so manch anderer großer
Hardware-Versand mal ein Beispiel daran nehmen...
Also dann: Auf an den Zusammenbau. Zuvor jedoch ein paar
Details zum Retention Kit von Scythe auf welches ich
besonders auf dieser Seite eingehen werde.
Das Universal Retention Kit von Scythe ist, wie es der Name
schon vermuten lässt, universell einsetzbar. So kann es auf
unterschiedlichen Board bzw. für unterschiedliche Sockel
montiert werden damit auf die Prozessoren anschließend ein
Kühler gemäß der altbekannten Klammer-Mechanik vom Sockel 478
montiert werden kann.
Somit können auf die Sockel 754/939/940 (AMD) oder den auf
meinem MSI P35 Neo-F vorhandenen Sockel LGA775 (Intel) Kühler
sicher befestigt werden. Für die AMD Plattformen liegt ein
Retentionmodul aus Kunststoff bei, für den Sockel LGA775 sind
zwei Metallstreben beigefügt.
Mir persönlich sind die Metallstreben natürlich
sympathischer, es hatte ja auch schon der auf meinem E4300
verbaute Sonic Tower von Thermaltake kleine aber stabile
Metallbrücken. die mit der ebenfalls mitgelieferten Backplate
verschraubt werden.
Was so alles in der kleinen Pappverpackung dabei ist, ist auf
dem nächsten Bild zu sehen:
Im Hintergrund habe ich jene Komponenten platziert, für welche ich keine Verwendung auf dem MSI P35 Neo-F habe: Der kleine Gabelschlüssel und die vier Schrauben. Die übrigen Komponenten gehören zur Montage auf dem Sockel LGA775:
Nun ein Blick auf das MSI P35 Neo-F. Wie man sehen kann sind auf zwei der vier Seiten keine Bauteile neben dem Sockel LGA775 zu finden. Dafür steht in der rechten oberen Ecke ein hoher Kondensator welcher bei der Montage des Kühlers später ein wenig im Weg stehen wird.
Bei vielen Tests finde ich die Anmerkung »ein Nachteil ist,
dass zur Montage das Motherboard aus dem Gehäuse ausgebaut
werden muss da ansonsten die Backplate nicht montiert werden
kann«. Hm. Also bei mir ist es meistens so das ich den Kühler
vor dem Einbau ins Gehäuse montiere. Eigentlich montiere ich
den Kühler immer bevor ich das Board ins Gehäuse einbaue. Von
da her kann ich bei der Montage der Backplate eigentlich
keinen wirklichen Nachteil erkennen.
Auf der massiv und sehr stabil wirkenden Backplate ist ein
flexibles Material aufgebracht. Dies schützt die Rückseite
des Motherboards und verhindert gleichzeitig, dass kleine
Drähte bzw. Lötpunkte mit dem Metall der Backplate in Kontakt
kommen.
Beim MSI P35 Neo-F stehen keinerlei Drähte aus Lötstellen in
jenem Bereich hervor, in welchem die Backplate montiert wird.
Auf dem flexiblen Material ist ein Kleber aufgebracht. Damit
kann die Backplate auf der Rückseite aufgeklebt werden um die
Montage zu erleichtern. Ich hatte in einem Forum gelesen,
dass sich die Backplate »nie wieder vom Board lösen« lassen
würde. Der Selbsttest: Also ich habe sie wieder abbekommen
nachdem ich die Backplate mit den Metallstreben fest
verschraubt hatte. Eventuell wirkt sich ja die Wärme im
Betrieb sowie eine längere Befestigung (ich hatte es nach ca.
18 Stunden getestet) noch anders aus, mit einer
Langzeiterfahrung kann ich mangels Langzeittest noch nicht
dienen.
Einfach das Papier vom Kleber abziehen und die symmetrisch konstruierte Backplate auf der Rückseite vom Motherboard platzieren. Eventuell die Schrauben aus dem Scythe-Kit verwenden um die Löcher genau zu treffen, aber eigentlich sollte dies auch mit ruhiger Hand und einigermaßen vorhandenem Augenmaß problemlos funktionieren.
Die Backplate anschließend einfach sanft andrücken, der
Kleber hält sie an Ort und Stelle. Wie man auf dem Bild sehen
kann habe ich sie mit zwei Schrauben in der Backplate auf der
Rückseite platziert, soviel zu meinem Vertrauen zu meinem
Augenmaß.
Die Senkkopfschrauben verschwinden bei der Montage plan in der Backplate. Auf dem nächsten Bild sieht man sie nur lose eingesteckt aus dem Motherboard herausragen. Sie werden nicht mit der Backplate verschraubt sondern lediglich durch sie hindurchgeführt.
Um meine ersten Bedenken zu entkräften habe ich nun die
Halterung des Scythe Ninja 2 ausgepackt und auf den Sockel
LGA775 gelegt um zu schauen ob nicht doch die zwar niedrigen
aber eben doch vorhandenen Kondensatoren bzw. anderen
Bauteile neben dem Sockel im Weg sind.
Es stand für mich fest: Es wird knapp, sehr knapp.
Wie schon weiter oben im Text angesprochen befindet sich in einer Ecke neben dem Sockel auf dem MSI P35 Neo-F ein hoher Kondensator. Da er sich dort befindet blieb nur eine Möglichkeit übrig die beiden Metallstreben auf dem Board zu montieren. Wie man auf dem folgenden Bild sehen kann hätte ansonsten die Strebe gegen den Kondensator gedrückt:
Da der Scythe Ninja 2 absolut symmetrisch aufgebaut ist,
spielt die Montage des Retention Kits in diesem Falle jedoch
ohnehin keine Rolle.
Auf dem nächsten Bild sieht man einen der transparenten
Kunststoffringe welche als Abstandshalter zum Schutz des
Motherboards beigelegt sind. Sie verhindern das die
Metallbügel auf dem Motherboard direkt aufliegen und dies
unter Umständen beschädigen.
In einigen Foren wird dazu geraten diese Kunststoffringe nicht zu verbauen damit sich der Anpressdruck erhöht da die Metallstreben ein kleines Stück weiter unten sind. Ich glaube das man durchaus die Kunststoffringe nicht verbauen muss wenn man die Metallstreben sorgfältig verbaut, aber mir persönlich ist es dann doch mit den Ringen lieber.
Wie oben schon erwähnt gibt es nur eine Methode die
Metallstreben auf dem MSI P35 Neo-F zu befestigen: Parallel
zu den Sockeln für den Arbeitsspeicher. Auf dem Bild ist eine
der beiden Streben bereits montiert.
Man kann die Montage alleine vornehmen, ich habe alles im
Alleingang montiert und nebenher noch die Bilder mit meiner
Digitalkamera gemacht. Das Verschrauben der Streben geht
problemlos, man sollte aber natürlich genügend Zeit und
Geduld mitbringen um alles sorfältig und verlustfrei
zusammenbauen zu können.
Noch nicht eingehakt und unter Spannung liegt der Haltebügel
vom Ninja 2 auf den Kondensatoren bzw. Bauteilen am Sockel
auf. Dies darf allerdings nicht verunsichern, da der Bügel
unter Spannung bzw. auf dem Heatspreader aufliegend ein
kleines Stück höher kommt.
Für den Fall das der Abstand zu gering ist, liegt dem
Retention Kit eine Kupferplatte bei. Ich habe auf die Montage
der Kupferplatte verzichtet da ich zum Einen nicht den
zusätzlichen Übergang haben wollte und zum Anderen der
Anpressdruck des Ninja 2 meiner Meinung nach stark genug ist.
Später mehr dazu. Nun ein paar Bilder vom Scythe Ninja 2:
Der Ninja 2 von Sycthe wird als Universal-Kühler angeboten.
Dies bedeutet, dass er mittels beigelegter Montagemodule auf
drei verschiedenen Sockeln montiert werden kann. Per
beiliegender Klammer (auf dem Bild in der Mitte zu sehen)
kann er direkt auf den AMD Sockeln 939, 940, 754 und AM2
montiert werden. Beim LGA775 setzt Scythe auf die Montage mit
PushPins (hinten zwischen Lüfter und Ninja 2), für den Sockel
478 liegt das oben bereits auf dem Sockel liegende
Klammer-Modul bei (vorne links im Bild).
Weiterhin liegt ein langsam drehender Scythe Lüfter (ca. 1000
U/Min) mit 120 mm Kantenlänge, die derzeit üblichen
Halteklammern sowie ein bischen Wärmeleitpaste und
Montagematerial in Form von vier Schrauben bei.
Die polierte Kontaktfläche zum Prozessor ist mit einer
Schutzfolie versehen. Bei der Montage der Haltekonstruktion
ist sie im Weg, somit sollte niemand versehentlich vergessen
das sie entfernt werden muss.
Hier ein Bild mit abgezogener Schutzfolie, den Staub hätte
ich wohl noch wegpusten sollen?
Die gewünschte Haltekonstruktion wird einfach mittels vier
Schrauben fest mit dem Ninja 2 verbunden.
Nun geht es weiter mit dem von mir ausgewählten Prozessor:
Dem »Intel Pentium Dual-Core E5200«. Relativ neu auf dem
Markt und als Nachfolger der 2xxx-Serie der Core 2 Duo
gedacht. Jedoch hat er wie mein alter E4300 2 MB Cache. Als
Kern steckt kein Conroe mehr unter dem Heatspreader, sondern
ein Wolfdale, die Fertigung ist also in 45 nm. Bei 2,5 GHz
Standardtakt und einem Multiplikator von 12,5 haben sich
schon im Vorfeld viele User in Internetforen über einen neuen
potenziellen »Übertaktungsprozessor« gefreut. Die ersten
Tests haben auch prompt Taktraten von über den »magischen 4
GHz« zur Folge gehabt. Mir persönlich genügen schon stabile 3
GHz.
Eine »tray«-Version war nicht lieferbar, daher habe ich auf die »boxed«-Version mit originalem Kühler von Intel zurückgegriffen, auch wenn ich den Vollalu-Kühler nicht montieren wollte. Er landet bei eBay, vielleicht möchte ihn dort ja mal wieder jemand haben wie damals den Kühler von meinem E4300 welcher für knapp 10 Euro den Besitzer gewechselt hat.
Ach wie schön, einfach den schicken, blauen Karton
aufschneiden, die Kunststoff-Umverpackung herausziehen und
wie früher eine BigMac-Verpackung aufklappen.
Nun gut, die jüngeren Semester kennen vermutlich die alten
BigMäc-Klappschachteln nicht mehr, aber mich erinnert es eben
immer daran.
Wärmeleitpaste auf den Prozessor dünn aufgetragen, den Ninja 2 vorsichtig aufgesetzt und im Retention Kit verhakt, fertig. Und siehe da: Zwischen den Bauteilen neben dem Prozessorsockel und der Halteklammer ist ein kleiner aber dennoch vorhandener Abstand. Leider sieht man ihn auf dem Bild nur relativ schlecht.
Auf dem Motherboard selbst wirkt der Ninja 2 mächtig und nimmt auch einiges an Platz in Anspruch. Dennoch gibt es keinerlei Probleme mit anderen Bauteilen, wie etwa dem Strommanschluss auf dem Board oder den Speicherbänken.
Einen negativen Aspekt habe ich jedoch anzumerken: Eine der sechs Schrauben (mehr sind es beim »schmalen« MSI P35 Neo-F nicht) liegt unter dem Ninja 2. Sie lässt sich nur sehr schwer erreichen und kann im Falle von meinem Centurion 5 nur bei ausgebautem Netzteil angezogen werden.
Als Arbeitsspeicher habe ich günstige Module mit 800 MHz MDT bestellt. Ich habe bisher schon einige PCs mit Riegeln dieser Firma bestückt welche allesamt nicht übertaktet werden sollten. Bei keinem der Rechner hatte ich Probleme, daher habe ich auch jetzt wieder auf diese Marke zurückgegriffen.
Bei montiertem Scythe Ninja 2 kann der RAM so lange problemlos montiert bis der Lüfter montiert wird.
Da der Lüfter des Ninja 2 in einer Reihe mit dem 120er
Gehäuselüfter vom Centurion 5 arbeiten soll, musste er über
dem Arbeitsspeicher platziert werden.
Zwischen Arbeitsspeicher und Lüfter ist noch genügend
Abstand, eine Montage des Lüfters zur Reinigung ist auch
innerhalb des Gehäuses problemlos möglich.
Die beiden weiteren Speicherslots können auch bei montiertem
Lüfter bestückt werden.
Der erste Testlauf des neu zusammengebauten Systems verlief
leider erfolglos. Nach einigem Suchen und dem Verdacht von
inkompatiblem RAM lag jedoch ein ganz klassisches
»Layer-8-Problem« vor: Ich hatte den sogenannten »P4-Stecker«
welcher zur Spannungsversorgung des Prozessors angeschlossen
werden muss schlichtweg »gut versteckt« und mit anderen
Kabeln bei der Boardmontage beiseite geschoben gehabt.
Es ist mir auch nicht aufgefallen das die Buchse auf dem
Board nicht belegt ist, schließlich war sie vom Ninja 2
verdeckt gewesen.
Nun denn... Nach einem RAM-Test bei einem Freund bei welchem
der RAM natürlich lief konnte das Problem mittels Test an
einem anderen Netzteil und der erfolgreich abgeschlossenen
Suche nach dem »P4-Stecker« an dem im Gehäuse befindlichen
Netzteil behoben werden.
Ärgerlich: Das MSI P35 Neo-F hatte die BIOS-Version 1.7 als ich den E5200 darauf verbaut habe. Damit lief er wie er sollte mit einem Multiplikator von 12,5. Nach einem Update auf die Version 1.9 stand als Maximum nur noch der Multiplikator von 12 zur Auswahl. So auch zu sehen auf dem Screenshot von CPU-Z:
Nachdem der Rechner für mehrere Stunden gelaufen ist, zeigten sich beim Hardware Monitor von CPUID folgende Werte:
Die aktuellen Temperaturen wurden unter 100% Last
aufgenommen. Erzeugt wurden sie mittels dem bekannten Client
von distributed.net. Die höheren Temperaturen führe ich
darauf zurück, dass während des Spielens einiger
Computerspiele die zusätzliche Wärme der Grafikkarte sich
auch auf die Kühlung des Prozessors bzw. dessen Temperaturen
ausgewirkt hat.
Bis auf das mir das BIOS-Update einen halben Multiplikator
»geklaut« hat bin ich mit der Hardware zufrieden. Die aktuell
von mir gespielten Spiele liefen auch schon mit dem
übertakteten E4300 zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Für die nächsten 1,5 Jahre sollte die Kombination nun
wahrlich ausreichen, zumindest wird das Board sicherlich
länger im Gehäuse bleiben. Eventuell gesellen sich ja doch
noch zwei RAM-Riegel mit je einem GB dazu? Wir werden sehen.
X_FISH