03.
Januar
2002
Seit vorgestern ist's soweit: Der Euro hat Einzug
gehalten in den Registrierkassen und Geldbeuteln.
Gelegentlich entpuppt sich jetzt das edle
Weihnachtsgeschenk in Form einer Geldbörse als zu klein für
die neuen »Scheinchen«, Origami in primitivster Form ist
also angesagt.
Nette Begleiterscheinungen gibt's natürlich auch: Ich
bin kurz vor Silvester nochmal schön mit Pfennigen und
Markstücken eingedeckt worden. Danke Leutz, danke das ihr
die Schulden bei mir zurückgezahlt habt. Jetzt bin ich halt
der gearschte mit dem Kupfer in der Hand. Naja, nachher
wird umgetauscht, daher lege ich beim Schreiben dieses
Gedanken auch noch eine kleine Pause ein.
Dann gibt's den »X_FISH beim Umtauschen"-Bericht,
mit allen Pannen und Schikanen. ![]()
Zurück zu den Begleiterscheinungen. Interessant ist jetzt
natütlich auch, wie die neue Währung ausgesprochen wird.
Der Euro wie man ihn in Deutschland eben ausspricht, also
»Euro« eben, die Cent als »Sent«, »ßent«, »Send«, »Zent«
oder alles nochmal mit einem weichen »d« am Ende.
Ich bin ja für »Sent« bzw. »ßent« - auf die Idee mit dem
»ß« wurde ich erst von anderen gebracht – also so, wie man
im Englischen Cent aussprechen würde.
Heute konnte ich in der Zeitung in einem kleinen Artikel
lesen, das sich dieser »deutsche Sprachschutzverein«
(sinngemäß) für die Aussprache »Zent« einsetzt. Da sich der
Cent vom »Zehnten« ableitet. Ist mir relativ schnuppe,
Hauptsache ich bekomme keine »Zents« zurück.
Das scheinen einige auch noch nicht kapiert zu haben: Es
gibt keine »Euros« und auch keine »Cents«. Die Mehrzahl von
Euro ist Euro, und man bezahlt auch mit 99 Cent und nicht
mit 99 Cents.
Im Radio konnte ich einer genialen Wortkreation lauschen.
Dort hat ein Zeitgenosse aus Pfennigen und Cent ein neues
Wort gebastelt: Die Mehrzahl von einem Cent ist demnach
»Centige«. Ausgesprochen wir das »Zentige« und besteht aus
dem Cent und dem umgangssprachlichen »Pfennige«.
Was kommt dann als nächstes auf uns zu? War früher die
Mehrzahl von einer Mark vielleicht »Markus«? Und wenn sich
zu einem Groschen ein zweiter gesellt hatte hatten wir
»zwei Groschige«? ![]()
Ich lege jetzt eine kleine Pause ein - und meine letzten
Scheinchen auf den Scanner. Bevor ich sie zur Bank bringe
muß ich sie doch noch als Bild festhalten und hier in
diesem Gedanken verewigen. Weiter geht's nach dem Bild
und dem Besuch bei der Sparkassenfiliale meiner Wahl.
So, die letzten Beträge aus meinem
Geldbeutel – und noch zwei kleine Münzen die ich nicht
umtauschen werde: Die beiden Kameraden oben links in der
Ecke nämlich. Zum einen ein 2 DM Stück von '66 mit dem
alten Adler drauf, und dann noch ein 50 Pfennig Stück von
'49 mit dem Schriftzug »Bank Deutscher Länder«.
Die werden wohl eher mal in ein paar Jahren was wert sein
als verschlossene Euro-Starterkits... ![]()
Eingelagert werden sie bei meinem alten 10 DM-Schein mit
der »Gorch Fock« drauf. Die jüngere Generation wird so
einen Schein vermutlich gar nicht mehr bewußt mitbekommen
haben, oder? *sichaltfühl*
Wie auch immer, jetzt geht's los auf die Bank. Ach ja:
Auf das Bild klicken, dann wird's etwas
größer.
Den rosafarbenen Rand einfach ignorieren, der Scanner
konnte nicht ganz geschlossen werden. Nein – das ist
nicht meine Zimmerausleuchtung! ![]()
So, wieder zurück von der Bank und hier sind sie: Meine
ersten Papier-Euro... Verda..., jetzt hätte ich doch
beinahe »Papier-Euros« geschrieben. Ich bin also schon
infiziert worden. ![]()
Es
ging schneller als ich eigentlich vermutet hatte.
Zugegeben, ich habe mir auch 'ne abgelegene Filiale
ausgesucht und mit meinem kleinen Plan genau ins Schwarze
getroffen: 5 Minuten vor Filialöffnung anstellen und damit
an der taktisch sehr vorteilhaften an dritten Position
stehend, die Münzen abgezählt und »vorsortiert«. 10 Minuten
später waren die DM als Euro auf dem Giro, alle Sparbücher
auf Euro »umgestellt« und die ersten 50 Euro im Geldbeutel.
![]()
Von Chaos also keine Spur. Wer zur Hauptstelle geht ist -
meiner bescheidenen Meinung nach - selbst daran schuld wenn
er 30 Minuten warten muß bis er überhaupt mal seine alten
DM-Bestände einzahlen darf.
Damit man die (noch nicht) verdreckten Euro besser sehen
kann, habe ich ein gelbes Blatt hinterlegt... Kommt doch
besser als der rosa Rand bei den DM dort oben? ![]()
So, jetzt ist der 3 Tag mit Euro als Währung und der X_FISH
hat noch immer keine Münzen. Naja, kommt Zeit kommt
Kleingeld – oder wie ging das alte Sprichwort noch
gleich?
Euer (auf Euro eingestellter) X_FISH