05.
Februar
2010
Wer kennt es nicht: Da möchte man möglichst auf »Nummer
sicher gehen«, verwendet Passwörter nicht doppelt und hat
dabei auch die Hinweise für ein
sicheres Passwort berücksichtigt.
Doch Gedanken wie »Wie hieß noch gleich das Passwort?«
oder »Wie hieß der Satz, den ich mir merken wollte?«
schießen einem dann unter Umständen im ungünstigsten
Moment durch den Kopf.
Vor einigen Jahren hatte ich begonnen das Programm
Password
Safe zu verwenden. Dies lief jedoch ausschließlich
unter Windows. Da sich mein bevorzugtes Betriebssystem
zum Arbeiten und Surfen von Windows weg zu Linux hin
entwickelt hatte, benötigte ich eine Software für Linux.
Gut, man könnte sich mit Wine behelfen, aber
das Gelbe vom Ei ist das eigentlich auch nicht. Perfekt
wäre natürlich, wenn ich – wie einen Teil meiner übrigen
Programme – auf die Passwörter sowohl unter Linux wie
auch Windows zugreifen könnte.
Also begab ich mich auf die Suche nach einer Software,
welche (kosten)frei und für mehrere Plattformen,
mindestens jedoch Linux und Windows, verfügbar ist.
Alternativ sollte ein Dateiformat verwendet werden,
welches von unterschiedlichen Programmen ausgelesen
werden kann.
Fündig wurde ich ziemlich schnell in Form von KeePassX.
Die Software bietet neben der eigentlichen Funktion als
Passwortmanager Passwörter und Benutzernamen zu speichern
auch noch die Möglichkeit, weitere Informationen in Form
der vorgegebenen Felder oder im für Notizen vorgesehenen
Feld zum jeweiligen Eintrag anzugeben. Sogar Dateien
können einem Eintrag angefügt werden.
Weiterhin können über einen integrierten
Passwortgenerator sichere, zufällig generierte Passwörter
erstellt werden. Die Einträge werden nach Kategorieren
angeordnet, dabei kann man selbst die Bezeichnung der
Kategorien festlegen und ein kleines Piktogramm
auswählen.
Wie man es von einem Programm zur sicheren
Passwortverwaltung erwartet, werden alle Daten in einer
verschlüsselten Datenbank abgelegt, deren Speicherort man
frei wählen kann.
Die Datei beziehungsweise Datenbank ist laut den Angaben
auf der Seite entweder mit AES oder Twofish
verschlüsselt: »The complete database is always
encrypted either with AES (alias Rijndael) or Twofish
encryption algorithm using a 256 bit key«. Wer es
noch ein wenig sicherer mag (oder ein Gewohnheitstier wie
ich ist), der kann die Datenbank natürlich zusätzlich
auch noch in einer verschlüsselten Partition oder in
einem Container ablegen – beispielsweise mittels Truecrypt
realisiert. ![]()
Abschließend noch ein Absatz zum Format der Datenbank.
Sie basiert auf dem Format von KeePass 1.x. KeePass 2.x
ist bereits erschienen und wird von KeePass Password Safe verwendet. Leider
sind die Versionen untereinander nicht kompatibel, das
Dateiformat von KeePass 2.x basiert nicht auf jenem von
KeePass 1.x. Ein Vergleich der Voraussetzungen und des
Funktionsumfangs ist auf der Seite KeePass Edition Comparison zu
finden.
Für den normalen Gebrauch sollte die von KeePassX
verwendete Datenbank meiner Meinung nach jedoch
vollkommen ausreichen. Zumindest konnte ich bisher bei
meinem persönlichen Gebrauch keine Defizite feststellen.
Nach dem ganzen einleitenden Text nun ein paar Bilder.
Die Screenshots auf dieser Seite zeigen die Software
unter Windows in der Version 0.4.1, sowie unter Linux
ebenfalls in der Version 0.4.1.
Nach dem Öffnen des Programms erhält man die weiter unten
im zweiten Bild ersichtliche Darstellung. Man kann
bereits die ersten Einträge vornehmen und die Datenbank
abspeichern.
Ich möchte jedoch mit dem Anmeldefenster beginnen. Dieses
Fenster erscheint, wenn man eine bereits abgespeicherte
Datenbank öffnen möchte. Der Zugriff ist entweder über
ein Masterpasswort und/oder aber über eine Schlüsseldatei
möglich.

Nach der Eingabe der richtigen Zugangsdaten öffnet sich
die verschlüsselt abgelegte Datenbank und man erhält
Zugriff auf alle Passwörter. Um sie vor neugierigen Augen
zu schützen, sind Benutername und Passwort standardmäßig
durch Sternchen unkenntlich gemacht.
Um meine eigenen Daten zu schützen habe ich die
relevanten Bildbereiche ein wenig »verpixelt«. Dies
entspricht natürlich nicht der normalen Darstellung von
KeePassX.
Wie man auf dem Screenshot am unteren Bildrand erkennen
kann, werden die bereits erwähnten Notizen im Klartext
dargestellt. Ebenso Informationen wann der Eintrag
erstellt wurde, wann er zuletzt geändert wurde und – für
den Fall das es angegeben wurde – wann der Eintrag seine
Gültigkeit verliert.

Zum Vergleich die gleiche Datenbank, lediglich mit der Windows Version von KeePassX geöffnet (und eine andere Kategorie gewählt). Die Optik und Bedienung unterscheiden sich nicht, daher ist es einfach und bequem mit der gleichen Datenbank auf einem MultiOS-PC zu arbeiten oder aber die Datenbank samt portablem KeePassX auf einem USB-Stick mit sich herum zu tragen.

Im Einführungstext bin ich kurz darauf eingegangen,
welche Daten von KeePassX verwaltet werden können. Neben
den erwarteten Funktionen für Benutzername und Passwort
können noch zusätzliche Felder verwendet werden.
Im Bereich »Kommentar« ist es zusätzlich möglich diesen
als eine Art »Notizzettel« zu verwenden. Bei den
Zugriffsdaten für einen Mailaccount ließen sich dort
beispielsweise noch die Angaben zu den Servern
ergänzen.
Weiterhin bietet KeePassX die Möglichkeit, eine Datei
anzuhängen. Leider können nicht mehrere Dateien angehängt
werden. Werden mehrere Dateien als Archiv angehängt,
könnte man natürlich diese Einschränkung umgehen.

Abgerundet wird die Software dadurch, dass per Klick auf
die Icons in den Zwischenspeicher kopierte Daten
automatisch nach 20 Sekunden oder einen frei
definierbaren Zeitraum überschrieben beziehungsweise
gelöscht werden. Somit kann niemand – im Gegensatz zu
anderen Lösungen – einfach das Passwort aus dem
Zwischenspeicher holen wenn man den PC unbeaufsichtigt
lässt.
Bleibt nur noch ein Tipp am Schluss: Die Datenbank selbst
muss natürlich regelmäßig gesichert werden.
Beispielsweise auf eine CD oder DVD gebrannt und im Regal
fein säuberlich einsortiert. Nicht das irgendwann einmal
alle Passwörter auf einen Schlag durch einen
Festplattendefekt, Diebstahl oder unachtsames Löschen
ausradiert werden.
Warum nicht einfach eine Textdatei nehmen, den Inhalt vor
dem Speichern mit GnuPG oder PGP verschlüsseln und gut?
Nun ja, es ist einfach nicht so bequem und auch bei
weitem nicht so übersichtlich.
Wieso ich das so sehe? Weil ich genau diese Variante mit
Textdatei und GnuPG einige Jahre verwendet habe...
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X_FISH