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12.

April

2011

PCI Netzwerkkarte mit Chip von Realtek

»Ich habe mein Windows neu installiert, hat jemand Treiber für meine Netzwerkkarte?« – »Realtek?« – »Ja, 8139.« – »Sorry, habe nur die Treiber für eine RTL8029AS dabei...« Eine Szene, wie sie auf so mancher LAN immer wieder mal vorgekommen ist.

Die Netzwerkkarte samt Originalverpackung habe ich 2002 gekauft und vorsorglich auf LANs mit in meinem kleinen, blauen Koffer gehabt. Für den Fall das bei jemandem die Netzwerkkarte nicht funktioniert oder der Treiber fehlt. Verbaut war sie ein paar Mal.

Warum ich noch so genau weiß wieso ich die Netzwerkkarte 2002 erworben habe? Weil in der Verpackung ein entsprechender Lieferschein lag. Leider ohne Preisangabe, das wäre sicherlich auch noch interessant gewesen. Die letzten Jahre stand der Karton mit Netzwerkkarte in einem Regal, daher ist die Farbe am linken Rand ausgebleicht.

Netzwerkkarte von MS-Tech

Kein Internet, keine USB-Sticks. Disketten mit Treiber für Windows 98, XP und 2000 gehörten zum »LAN-Survival-Kit«. Die meisten Motherboards hatten weder Sound- noch Netzwerkanschluss »onboard«, daher musste mit Erweiterungskarten gearbeitet werden.

Wer eine »Retail«-verpackte Netzwerkkarte sein Eigen nennen konnte, bekam noch ein nettes Garantiezertifikat und eine »Installationsanleitung« mit dazu. Und natürlich Werbung für andere Produkte des Herstellers.

Lieferumfang der Netzwerkkarte von MS-Tech

Die Netzwerkkarten mit Realtek-Chipsatz waren günstig und daher sehr beliebt. In meiner Kiste mit PCI-Karten tummeln sich natürlich auch weitere Netzwerkkarten mit anderen Chips, das wäre ja evtl. mal einen weiteren Beitrag wert. Insbesondere da sich eine Karte mit dem oben genannten Chipsatz RTL8029AS darunter befindet. 10 Mbit und natürlich mit BNC-Anschluss. Das waren noch Zeiten – und es gab andere Probleme: »Welcher Honk hat den Abschlusswiderstand abgeschraubt?«.

Netzwerkkarte von MS-Tech mit Realtek RTL8139AS Chipsatz

Inzwischen sind die aktuellen Boards mit Netzwerkanschlüssen für Gigabit-Übertragungsgeschwindigkeiten ausgestattet. Dennoch kann einem eine alte 100-Mbit-Netzwerkkarte den Allerwertesten retten. Beim Installieren von Windows 7 wurde die Netzwerkkarte (Gigabit) nicht erkannt. Der Treiber ist bei Windows 7 (noch) nicht dabei.

Einfach eine alte PCI-Netzwerkkarte in den Slot auf dem Motherboard, den Treiber aus dem Internet heruntergeladen und dann konnte auch der onboard verbaute Netzwerkanschluss verwendet werden.

Daher ein Tipp an alle, welche noch solche Netzwerkkarten herumliegen haben: Lieber nicht wegwerfen. Vielleicht braucht man sie ja doch noch irgendwann einmal.

Was kostete früher ein Prozessor?

Eine Netzwerkkarte mit Realtek RTL8139AS konnte ich in der PC Direkt vom Juli 1996 nicht entdecken. Dafür eine Netzwerkkarte, welche ich früher auch mal im Rechner stecken hatte: 3COM 3C590 Combo PCI zum Schnäppchenpreis von 175 DM. Ich hatte sie ein paar Jahre später aus einem verschrotteten Rechner ausgebaut.

Noch älter geht natürlich auch. In meinem auf einem Pentium 133 basierenden DSL-Router kamen damals Karten wie die 3COM »3C509B Etherlink III RJ45 AUI RG58« zum Einsatz – für ISA, nicht PCI.

PC Direkt 07/96
CPUs RAM
AMD DX4 (5x86) 133 MHz 99,00 DM SIMM 30-pin 1 MB 36,00 DM
Intel Pentium 75 MHz 189,00 DM SIMM 30-pin 4 MB 109,00 DM
Intel Pentium 100 MHz 239,00 DM PS/2 72-pin (EDO) 4 MB 69,00 DM (74,00 DM)
Intel Pentium 120 MHz 329,00 DM PS/2 72-pin (EDO) 8 MB 134,00 DM (139,00 DM)
Intel Pentium 133 MHz 459,00 DM PS/2 72-pin (EDO) 16 MB 269,00 DM (279,00 DM)
Intel Pentium 150 MHz 649,00 DM PS/2 72-pin (EDO) 32 MB 599,00 DM (629,00 DM)
Intel Pentium 166 MHz 889,00 DM Quelle: Anzeige von Alternate (Gießen/Linden) in PC Direkt 07/96

Der nächste Beitrag für die Rubrik (noch nicht) antik wird ein paar Tage dauern. Die Zeit ist dafür gerade ein wenig zu knapp. Aber: Es wird weitergehen, keine Sorge.

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