28.
Mai
2011
Vorgestern wurde sie veröffentlicht: Die neue Version von
Linux Mint. Unter dem Codenamen Katya steht Linux Mint 11
auf der offizielen Website[1] zum Download[2] bereit. Nicht mit
»LMDE« verwechseln, das wäre »Linux Mint Debian« und
basiert – wie es der Name schon vermuten lässt –
auf Debian.
Linux Mint 11 setzt auf Ubuntu 11.04 auf, verwendet
allerdings weiterhin Gnome 2.32 und nicht Unity oder (wie
ursprünglich vor etlichen Wochen angekündigt) Gnome
3.
Die DVD-Version hat nur etwa 860 Megabyte, man kann also
eigentlich auch einfach zur CD-Version greifen und von
ihr starten und Linux Mint installieren.
Die Live-CD beziehungsweise -DVD lässt sich wie gewohnt
als Startmedium verwenden. Nach dem Einlegen steht wie
erwartet ein in grau und grün gehaltener Desktop parat
und wartet auf weitere Aktionen.
Die Erkennung der WLAN-Karte verlief problemlos,
allerdings hatte ich mich mit der Karte mit
Ralink RT2561ST Chipsatz auch bewusst für eine Karte
entschieden, welche von Linuxdistributionen in der Regel
problemlos erkannt und eingebunden wird.
Der Anbindung des Live-Systems an meinen Internetzugang
verlief daher reibungslos. Einfach das Netzwerk
auswählen, den Zugangsschlüssel eingeben, schon konnte
ich mit der von dem optischen Medium gestarteten Linux
Mint 11 ins Internet.
Wie man den Screenshots entnehmen kann wurde Linux Mint
11 von dem optischen Medium mit englischsprachiger
Oberfläche gestartet. Während der Installation wird zu
Beginn die gewünsche Sprache eingestellt, anschließend
läuft die Installation wie gewünscht und erwartet in
deutscher Sprache ab.
Am Rande bemerkt: Ich habe Linux Mint 11 neu installiert
da ich mein altes Linux Mint (seit Version 8 auf dem
Rechner) durch diverse Updates und einbinden von Debiand-
und Ubuntu-Paketen ein wenig »zerkonfiguriert« hatte.
Lauffähig war es noch immer, aber die Suche nach
Problemlösungen wie etwa warum bei mir mintmenu
nicht mehr zur Auswahl stand obwohl es installiert war
hätten länger gedauert als eine Neuinstallation.
Der Nebeneffekt dieser Installation ist die auf dieser
Seite dabei entstandene Sammlung von Screenshots, welche
den Installationsverlauf wiederspiegeln und es mir auch
ermöglichen, auf die Variante von meinem »Upgrade« mit
bestehenden Homeverzeichnis und der Übernahme einiger
Konfigurationsdateien einzugehen.
Der erste Bildschirm nach Doppelklick auf das Symbol
»Install Linux Mint« auf dem Desktop ist die Abfrage der
Sprache in welcher Linux Mint 11 installiert werden soll.
Wie nicht anders zu erwarten wähle ich »Deutsch«
aus.
Der nächste Screenshot erläutert, was für die
Installation von Linux Mint 11 zwingend erforderlich ist:
Die Grundanforderungen mit knapp 5 GB freiem
Festplattenspeicherplatz für das System, eine bestehende
Internetverbindung und – wenn die Installation auf
einen Laptop erfolgen soll – ein eingestecktes
Netzteil sollten normalerweise ja kein großes Problem
darstellen.
Sollte keine Internetverbindung möglich sein kann Linux
Mint 11 nicht automatisch nach Sicherheitsupdates suchen
beziehungsweise keine zusätzlichen Pakete aus dem
Internet nachladen.
Wenn alle drei Punkte erfüllt sind kann es mit der
Aufteilung des Festplattenspeicherplatzes weitergehen:
Wer Linux Mint zum ersten Mal auf den Rechner installiert
kann einen der ersten beiden Punkte auswählen. In diesem
Fall kann Linux Mint 11 beispielsweise entweder neben
andere bereits installierte Betriebssysteme (wie
beispielsweise Windows oder ein Linux einer anderen
Distribution) installiert werden. Die zweite Variante
würde Linux Mint 11 als einziges Betriebssystem auf der
Festplatte installieren, bestehende Daten würden gelöscht
werden.
Da ich bereits ein Linux Mint auf dem Rechner installiert
hatte und ein Upgrade in Form einer Neuinstallation
umgesetzt habe, musste ich den dritten Punkt auswählen.
»Etwas Anderes« trifft sehr genau was es ist: Eine
individuelle Lösung mit möglichst viel Zugriff auf sonst
automatisierte Prozesse. Vor der Partitionierung daher
noch ein Schritt zurück zur Datensicherung, welcher aber
– dank Live-System – natürlich auch jetzt noch
ausgeführt werden kann.
Zunächst ein Überblick wie es bisher auf der Festplatte
so aussieht:
Die in einer separaten Partition (/dev/sda6)
liegenden Benutzerverzeichnisse sollen nach der
Installation einfach wieder eingebunden werden. Sie
müssen daher nicht zusätzlich gesichert werden.
Die bisherige Linux-Systempartition (/dev/sda3)
soll frisch formatiert und anschließend für Linux Mint 11
(Katya) als Systempartition dienen.
Da ich unter Linux Mint meine Entwicklungsumgebung für
meine Websiteprojekte habe und auch sonst am System ein
paar Anspassungen per Hand vorgenommen wurden sollten
natürlich all diese Änderungen nicht verloren
gehen.
Ich habe es mir daher angewöhnt die wichtigsten Daten
einfach als Archiv zu sichern. Dazu speichere ich das
Verzeichnis /etc als komprimiertes .tar-Archiv
(.tar.bz2) ab. Da es mit einer grafischen
Oberfläche für viele ein wenig bequemer ist, habe ich die
dafür notwendige Vorgehensweise dokumentiert.
Zunächst muss eine Partition eingehängt werden, welche
während der Installation nicht gelöscht wird. Dafür
bietet sich beispielsweise die aktuelle Partition
/dev/sda1, die bisherige Partition von Windows 7
an:
sudo mkdir /media/sda1 sudo mount /dev/sda1 /media/sda1
Mit den beiden Befehlen wurde ein Mountpoint erstellt und die Partition in das System unter /media/sda1 eingehängt. Natürlich muss auch die bisherige Systempartition eingehängt werden:
sudo mkdir /media/sda3 sudo mount /dev/sda3 /media/sda3
Analog zu den ersten beiden Aufrufen wird damit ein Mountpoint erstellt und anschließend die Partition dort eingehängt. Anschließend kann der grafische »File-Manager« von Gnome gestartet werden:
sudo nautilus
Der File-Manager nautlius wird somit mit
Root-Rechten gestartet. Damit ist sichergestellt, dass
man die Daten auf die eben eingehängte Partition sichern
kann.
Zur Warnung das dies unter Umständen gefährlich sein
könnte da voller Zugriff auf alle Dateien besteht ist der
Hintergrund von Nautilus rot eingefärbt wenn man ihn mit
Rootrechten gestartet hat:
Nun einfach nach /media/sda3 wechseln und mit
einem Rechtsklick auf das Verzeichnis /etc das
Kontextmenü auswählen. Dort wiederum Komprimieren... beziehungsweise compress... auswählen.
Als Ziel für das komprimierte Archiv von /etc
gebe ich einfach /media/sda1 an und lasse die
Sicherung anlegen.
Nachdem die Sicherung erfolgt ist müssen nun die beiden Partitionen ausgehängt werden bevor mit dem Installationsablauf fortgefahren werden kann:
sudo umount /media/sda1 sudo umount /media/sda3
Die beiden Befehle hängen die zuvor eingehängten
Partitionen /dev/sda1 und /dev/sda3
wieder aus. Dies ist insbesondere bei der Partition
/dev/sda3 notwendig, da diese im
Installationsverlauf formatiert werden soll. Bei einer
eingehängten Partition funktioniert dies natürlich
nicht.
Zurück zur eigentlichen Installation und dem Zuweisen von
Festplattenspeicherplatz. Die Partitionierung wird sowohl
optisch in Form einer Leiste am oberen Rand des Fensters
wie auch unten in tabellarischer Form angezeigt.
Da ich die bestehenden Partitionen nicht in ihren Größen verändern will markiere ich lediglich /dev/sda3 als zu formatierende Partition und als Ziel für /. Nicht mit auf dem Bild zu sehen ist die Auswahl von /home als Einhängepunkt für /dev/sda6.
Anschließend können die Änderungen an der Festplatte
bestätigt werden. Die Installation von Linux Mint 11
(Katya) wird fortgesetzt sobald die Änderungen an den
Partitionen (das Formatieren) erfolgt ist.
Wie schon von anderen Betriebssystem bekannt werden
während des Installationsverlaufs ein paar Informationen
abgefragt mit denen das System anschließend konfiguriert
wird. Mit dazu gehört auch die Auswahl der Zeitzone:
Die Sprache wurde während der Installation bereits ausgewählt, allerdings ist die Tastatur noch nicht »deutsch«. Die nächste Abfrage dient dem Einrichten der Tastatur damit sie beim installierten Linux Mint 11 (Katya) wie gewünscht ebenfalls der deutschen Belegung entspricht.
Im darauffolgenden Fenster kann der erste Benutzer für
das System angelegt werden. Da ich bereits einen Benutzer
und ein dazugehöriges Benutzerverzeichnis von meiner
bisherigen Linux-Installation einbinden will, habe ich
den bisherigen Benutzernamen zu verwenden. Dann wird das
Benutzerverzeichnis automatisch korrekt
eingebunden.
Bei einer Neuinstallation kann natürlich ein beliebiger
Benutzernamen eingegeben werden.
Während dem eigentlichen Installationsverlauf, also dem Kopieren von Dateien vom optischen Medium beziehungsweise von aus dem Internet heruntergeladenen Paketen weist Linux Mint 11 (Katya) auf einige Vorzüge hin.
Zu den angepriesenen Vorzügen gehört beispielsweise wie einfach es ist mit bereits vorinstallierten Anwendungen einfach Musik hören kann.
Natürlich darf in der heutigen Zeit auch nicht der Hinweis auf das problemlose Betrachten von Videodateien und DVDs fehlen. Auch hierfür sind bereits bei der Grundinstallation von Linux Mint 11 (Katya) sowohl Anwendungen wie auch entsprechende Codecs vorhanden.
Nachdem alle Dateien installiert wurden folgt nur noch eine Meldung: Die Installation sei abgeschlossen und der Rechner kann nun neu gestartet werden. Wer zunächst noch weiter mit dem Live-System arbeiten möchte, erhält auch dies als Ausmöglichkeit:
Nach dem Neustart präsentiert sich Linux Mint 11 (Katya) wie erwartet mit meinem »alten Desktop«. Ein paar Einträge in der Taskbar (dem »Gnome Panel«) sind leider nicht mehr vorhanden (beispielsweise die Datumsanzeige), lassen sich aber einfach per Rechtsklick wieder einfügen.
Als vorläufig letzter Schritt der Installation kann nun
noch der Treiber für die Grafikkarte nachgeladen werden.
In meinem Rechner befindet sich eine GeForce 9600 GT für
welche ein proprietärer Treiber vorhanden ist. Während
der Grundinstallation wurde dieser nicht automatisch
heruntergeladen und installiert. Dies lässt sich aber
einfach und problemlos über einen Mausklick auf das
Informations-Icon in der Taskbar bewerkstelligen.
Der sich öffnende Dialog gibt mir mehrere
Auswahlmöglichkeiten. Sinnvoll ist es natürlich den als
»[Empfohlen]« markierten Treiber zu wählen.
Nach der Auswahl noch auf Aktivieren klicken und schon wird der Treiber heruntergeladen und aktiviert:
Das war es dann auch schon: Linux Mint 11 (Katya) ist
installiert, die bisherigen Daten des Benutzers sind
weiterhin vorhanden und natürlich schon eingebunden. Das
Update ist soweit beinahe abgeschlossen. Da ich
allerdings nicht nur die Standardanwendungen sondern auch
noch ein paar zusätzliche Programme verwende, müssen
diese noch manuell nachinstalliert werden. Aber dsa
ergibt einen neuen, zusätzlichen Blog-Eintrag. In diesem
werde ich dann auch das Extrahieren von
Konfigurationsdateien aus dem angelegten
.tar.bz2-Archiv beschreiben.
X_FISH